Sollte man nur zeit fuer eine provinz china’s haben, soll es yunnan sein. So preisen alle reisefuehrer....
Vom tropischen regenwald mit tigern und elefanten bis zu den atemberaubend hohen bergen des tibetischenplateau mit yaks....yunnan deckt die ganze pallete ab. Genauso vielfarbig wie seine natuerplaetze ist die artenvielfalt der tier und pflanzenwelt...und jede dieser region ist heimat einer anderen minoritaeten gruppe.
Es wuerde einem also nicht schwer fallen, hier einige zeit zu verweilen. Der staendige wechsel der aeusseren begebenheiten, lassen kaum langeweile oder reisemuedigkeit aufkommen.
Unsere zeit wird jedoch langsam knapp...wir haben lange gebrauch um bis hier her zu kommen. Da „miss balloni“ nur noch im schneggentempo fahrradfaehrt....
Da nuetzte die ganze anfeuerungs kunst von marcel nichts, wir haben es nicht schneller geschafft. Also bleibt uns nicht einmal mehr einen monat fuer yunnan. Wir koennen eine visumsverlaengerung beantragen....und ziehen dies allenfalls auch in betracht.
Die sonne scheihnt uns hier bedeutend mehr ins gesicht. Was unserer stimmung und motivation enorme dienste leistet . Die strecke bis kunming muessen wir jedoch noch ein wenig durch den dreck......vorbei an kohlefabriken, die strasse teilen wir uns mit lasttransportern und unsere lungen fuellen sich taeglich mit feinstem kohlestaub und abgasen.....
Abends fuehlt man sich so dreckig, uebrall lagert sich feinster, schwarzer staub auf der haut, auf der kleidung und auf der ausruestung ab.
Nach vier tagen staub schlucken die erloesung, wir erreichen die provinz haupt- und partnerstadt zuerichs bei strahlendem sonnenschein.
Kunming oder stadt des fruehlings wie sie auch genannt wird, liegt auf 1850m und erhaelt dadurch ganzjaehrig ein angehnem mildes klima. Verbreitet trotz grossstadt feeling, eine angenehme atmosphaere........viele zweiradfahrer beleben die innenstadt. Gewisse teile sind ausschliessliche fussgaenger zonen. Kunming ist eine moderne, saubere chinesische stadt.
Die letzten monate auf der strasse haben ihre spuren hinterlassen. Aus diesem grund schiebe ich hier einen kurzen mutterschaftsurlaub ein und erhole mich von den strapazioesen letzten wochen. Waehrend marcel nach wie vor, vor energie strozt und den unbaendigen drang zum weiterradeln verspuehrt. Als grosser liebhaber der berge, zieht es ihn natuerlich richtung nord-westen, in die berge yunan’s und sitchuan’s. Viele dieser riesen liegen auf einer maestetischen hoehe ueber 5000m.
Mich wuerde ein solches unterfangen, im jetzigen zustand jahre kosten. Ueber diese riesen zu rollen, die atemberaubende hoehe erfahren und mit fantastischen ausblicken belohnt werden, hat auch fuer mich seinen reiz....doch muss ich eingestehen, dass es unter den gegebenen umstaenden ein aussichtloses unterfangen waehre.
Vorerst geniessen wir noch gemeinsam ein paar erholsame tage in kunming. Als unsere chinaradler-tage noch in den kinderschuhen steckten, haben wir ernsthaft mit dem gedanken gespielt, unser baby in china auf die welt zu bringen. Der letzte monat war jedoch so zehrend, dass wir einen definitiven entschluss gefasst haben. Wir werden china verlassen und uns eine geburt in einfacheren gefielden schenken.
Geburtsland unseres zoeglings wird demnach thailand. In kunming erledigen wir all die noetigen formalitaeten mit der thailaendischen botschaft. Ein normales touristenvisum wuerde uns zeitlichen druck verschaffen. Also beantragen wir ein medizinisches visum das uns einen stressfreien aufenthalt von bis zu einem jahr garantiert. Dafuer beoetigen wir jedoch einige papiere, unteranderem eine bescheinigung des spitals in bangkok, dass ich wirklich schwanger bin und dort gebaeren werde.
Ein persoenliches statment unserer seits und die bentragung, mit marcel zusammen diese bewilligung zu erhalten, obwohl wir nicht verheiratet sind, er jedoch der vater des kindes ist und bei der geburt kaum fehlen darf.
Spiesrutenlauf mit den beamten....papierkrieg....nerven....ein paar graue haare hier und ein paar da....beharrlichkeit unserer seits.....fuehren uns schliesslich ans ziel und wir sind nun stolze besitzer diese wertvollen spezial-visums.
Wie sich in der zwischen zeit herausstellt, erhalten wir schon bald besuch von roman und nelly, die momentan in unsere wohnung hausen. Die beiden wollen uns in bangkok treffen und gleich im anschluss daran wird uese nach thailand kommen. Was fuer eine freude!
Aber „hu la la“....uns bleiben somit nur noch wenige wochen um bangkok zu erreichen.....und ein langer weg steht uns noch bevor.
Marcels bergtoure wird somit gestrichen und mein „mutterschaftsurlaub“ muss wohl auf ein andermal vertagt werden.
Raeder bepacken und ab richtung sueden heisst unsere neue mission. Wir wollen schliesslich um keinen preis unsere weitgerreisten besucher verpassen.
Unser weg fuehrt uns vorbei an den bekanntesten naherholungsgebiet der kunminger.....den drei seen suedlich der hauptstadt.
Die natur hier laesst schon fast heimatliche gefuehle aufkommen, ist der schweiz sehr aehnlich oder zumindest, unseren erinnerungs fetzen.
Anfangs strampelts sich noch locker in dem flachen terrain. Wird zunehmends huegliger und unser hoffnug, die grenze zu laos in angemessener zeit zu ereichen, schwindet dahin.....
Die tatsache vor augen, besteigen wir nach drei fahrtagen den bus. Lassen uns eine nachtlang durch die berge chaufieren und erreichen im morgen grauen die grenzprovinze zu laos. In der provinzhauptstadt kommen erste tropen gefuehle auf......angenehmes klima, feucht, tropisch, palmengesaeumte strassen. Die restliche strecke bis zur grenze wollen wir wieder aus eigenen kraeften schaffen. So steigen wir nach den pausentagen erneut auf unsere drahtesel. Radeln einen tag dem mekong entlang, auf einer wunderschoenen strasse die sich seinem ufer entlangschlaengelt. Die daurauffolgenden tage fuehren durch maerchenhaften regenwald. Begleitet vom faszinierenden ruf der regenwald sirenen und den unzaehligen, undefinierbaren lauten und toenen, schlagen wir unsern weg durchs dickicht des dschungels.
Es ist als wuerde man tagelang in der madagskar-halle des zueri-zoo’s radeln, nur unermesslich eindruecklicher, weil es eben echt wild ist. In diesen part chinas wuerden wir ohne mit der wimper zu zucken, jeder zeit zurueck kehren.
Von den wilden tieren haben wir leider oder zum glueck, keines zu auge bekommen. Die alte hauptstrasse der wir hier folgen hat den riesen vorteil, dass sie menschen und fahrzeug leer ist und durch den dichten regenwald eine schattig,kuehle alternative ist. Den enormen nachteil, das sie alle berge frontal anpackt und selten verschnaufpausen ermoeglicht. Wer’s hier, bei den unertraeglichen tropischentemperaturen lieber auf die leichte toure macht, der muss wohl oder uebel auf die neue schnellstrasse. Zahlt aber den hohen preis, sich den platz mit busen und lastern zu teilen und wird bei dieser sonneneinstrahlung in der hitze braten, da sich kaum schattige abschnitte bieten.
Nach fuenf-taegigem urwald aufenthalt kommt der grosse tag. Mit freuden steuern wir der laotischen grenze entgegen.
Bye, bye china.....unsere freude ist grenzenlos!!!!
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