dass es in egypten um einiges chaotischer zu und her geht, wird uns schnell klahr. nach einstuendiger ueberfahrt mit der faehre und ebensolanger wartezeit im hafen von nuweiba, duerfen wir unsere raeder auf egyptischen boden rollen.
im wilden durcheinander der egyptischen gepaecktraeger, suchen wir unsern weg zum visa-office. die faelligen gebuehren muessen dann allerdings am anderen ende des hafens einbezahlt werden. mit erhaltener quittung gehts erneut zurueck zum office, wo das visum in unsere paesse geklebt wird. nach anschliessender, laecherlicher und hoechst fragwuerdiger gepaeckdurchleuchtung, steht einem monat egypten nichts mehr im weg.
in nuweiba geniessen wir dass suesse nichts-tun. in unserem bungalow direkt am strand lassen wir die seele baumel. vertreiben uns die zeit mit lesen, essen, sonnenbaden und tauschen uns mit andern fernradlern aus die im selben resort wohnen. so wird aus dem geplanten eintaegigen aufenthalt, bald zwei wochen.
motivation zur weiterfahrt erhalten wir durch die nachricht, dass zwei freunde aus wetzikon, im nur 80km entfernten dahab urlaub machen.
die verlockung von schoggi und fondue laesst uns wieder in die pedalen treten...
wir verbringen eine angenehme zeit mit urs und bruno. marcel geniesst die ausgiebigen schnorchel abenteuer und ist ganz fasziniert von der unterwasserwelt. waehrend ich als landratte mich eher an liegestuhl und sonnenschirm erfreue.
hier treffen wir einige tourenradler wieder, die wir schon in frueheren begegnungen kennenlernen durften. ein paar neue gesichter sind auch dabei, die meisten von ihnen kennt man schon von hoeren-sagen, bis man sie dann persoenlich kennenlernt.
wir erleben diese begegnungen immer sehr positiv. man fuehlt sich durch dass radfahren sofort verbunden und gespraechstoff ist nie mangelware. es werden routen und rad tips ausgetauscht und ueber erlebnisse und geschichten gelacht. oft wird zusammen gekocht und gegessen...eine vorliebe unter radfahrern...irgendwo muessen die verlohrenen kalorien ja wieder her kommen.
so vergeht manche zeit oft viel zu schnell und ein erneuter abschied steht bevor. es wird zeit unsere raeder zu beladen und weiter zu ziehen.
uns stehen vier tage sinai bevor, wir durchqueren ihn von ost nach west. erneut werden wir faszieniert von der farben vielfalt der wueste und den mancher orts wundervollen felsstrukturen.
die wueste hat uns aber auch diesmal nicht nur seine schoenen und friedlichen seiten offenbart.
so haben wir an drei von vier tagen, mit heftigen gegenwind zu kaempfen. am vierten und letzten tag, schuettelte die schoene, karge, wohl ihr ganzes wetter repetoire aus.
wir starteten im regen und staerkstem gegenwind. hoffen, dass sich die dunkeln wolken verziehn und der wind, in den kurfen des bevorstehenden passes abschwaecht.
nichts der gleichen geschieht. immer duesterer wird der himmel, je hoeher wir kommen. bald wird aus dem schwarzen gebraeu eine gruen-gelbliche suppe. was jetzt, schneller als geahnt, auf uns nieder haemmert,ist hagel vom feinsten. ein herzliches dankeschoen auch dafuer!
wir sollen die wueste wohl in bester erinnerung behalten...
als wir uns mit dem eisregen abgefunden haben, hoert dieser auf. der wind blaest heftiger und laest uns im schneckentempo den pass erklimmen. auf die erholsame abfahrt, freuen wir uns jedoch zu frueh. es wird die erste, bei der wir in die pedalen tretten um runter zu kommen...was fuer ein erlebniss!
der wind wird noch staerker und artete in einem sandsturm aus. wenn es im mund nur noch knirscht, dann weisst du,dass du dir den naechsten dh-besuch spahren kannst...deine zaehne werden soeben, gratis sandgestrahlt.
du ziehst die sonnenbrille an, obwohl der himmel dunkel ist,aber du stehst nicht auf netzhaut peeling.
kopf in den sand stecken ist auch nicht mehr noetig, du hast ihn schon mitten drin. also nichts wie durch. zum glueck ist bis anhin noch nach jeder nacht ein neuer tag erwacht.
so hat auch uns die sonne und sogar ein wenig rueckenwind in den wohl verdienten "feieraben" gebracht, nach suez.
am naechsten morgen bewundern wir, wie sich die riesigen schiffe in dem engen kanal bewegen.
da die strecke von suez nach kairo fuer radler bestimmt kein highlite ist, steigen wir fuer diesen teil in den bus um. schnellstrasse pur, auf zwei spuhren rasen busse und autos zu dritt nebeneinander.
hier haben radler nicht viel verlohren.
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