Nepal…in fluggeschwindigkeit neues terrain unter den fuessen.
Worte?
Schwer auffindbar in der hindersten ecke meines ich’s. Zu schnell wird das ungewohnte zum unbewussten alltaeglichen. Den ersten augenblick der verwunderung, des staunens nicht ausgekostet und in worte gefasst. Ein liedschlag zu spaet und fortgetragen sind die buchstabenketten, wie blaetter im wind wehen sie leise weg. Zurueck bleibt eine leere flaeche scheihnbar ohne vergangenheit.
Ein erblindeter im licht der welt, tapt vorsichtig in das dunkle seines innern, auf der suche nach den fragmenten farbiger erinnerungen.
Gedankenfetzen wehen, blitzen auf, erleuchten fuer augenblicke das dunkle, wie das licht der gluehwuermer in den schwuehlheissen naechten srilankas.
Nepal, es duftet nach leben und tot, eine gewagte mischung, kinderleicht zusammengestellt. Feinste raeucherstaebchen, gewuerze des orients, blumen, heiliger kuhmist, mottenkugeln, verderben, es riecht nach staub und trockenheit, im ersten moment scheihnbar gnuessliches, wandelt sich im naechsten augenblick in abscheulichsten gestank. Ein fest fuer die sinne. Farben bestimmen den alltag. Morgens noch vor dem ersten leuchten der sonne, huschen bunte gewaender durch die grauen strassen. Rot, gelb, gruen, blau, pink, nepalifrauen tauchen taeglich von kopf bis fuss in die farben des regenbogens. Der gang zum temple ein morgenritual, das allsehende, dritte auge in farben auf die stirn gemalt, blumen, butterlampen, reis, milch als opfergaben fuer die goetter. Das kurze, helle auflaeuten der gloecken vor jedem heiligtum, das in scheihnbar unbewusster handlung zum taeglichen gehoert, wie das putzen der zaehne. Die ersten waermenden strahlen des himmels, zaubern aus der morgenhaerte, die sanftheit des tages, die sich schon bald in dumpfer mittagshitze entlaedt, bevor sie sich in der dunklen kuehlheit der nacht verliehrt.
Die buntheit des wohlstands mischt sich mit den tristesten toenen der armut. Krank, missgebildet, verstuemmelt, ausgesetzt, so vielfaelltig muessen die hintergruende der bettelnden schicht sein, die vor dem alter keine grenzen kennt. Strassen jungs, die sich ihre taegliche portion glueck in billigstem klebstoff erschnueffeln. Muetter, die um das leibliche wohl ihrer zoeglinge besorgt, jeden passanten um einen rupee anbetteln. Alte, krank und gebrechlich, zu muede um fuer ihr taegliches brot selbst aufzukommen. Verstuemmelte, missgebildete, nie eine chance erhalten, sich am “normleben” aktiv zu beteiligen, erwerben sich ueberlebensalmosen aus den gewissensbissen der gesunden.
Wir leben in kathamdu und erleben die andersartigkeit , fuellen unsere eintoenigen europaer gemueter mit vibrierenden impulsen der “dritten welt”.
Saugen wie trockne schwaemme all die farben, all das lebendige in uns auf. Mittendrin und doch daneben , bleiben wir betrachter des spektakels. Alles ist moeglich auf dieser seite der erde, das scheihnbar unwahrscheindliche wird hier zum leben erweckt. Das mag die gigantische anziehungskraft sollcher laender ausmachen. Nebst Nepal sind natuerlich laender wie indien und Pakistan die wahren meister dieser disziplin.
Doch wie gesagt, im handumdrehen wandelt sich sonderbares, in gewoehnlichen trott und man vermag kaum mehr mit der wimper zu zucken, wenn die bunte, heilige kuh, einmal mehr mitten auf der strasse fuer absolutes chaos sorgt.
Als sehende muessen wir uns bemuehen, nicht am ueberfluss zu erblinden und in einer welt voller licht, nicht voellig im dunkeln zu stehen.
Unsere kathmundu tage schimmern im glanz des jung-familien alltags. Eine der spannendsten endteckungsreisen ist das aufwachsen eines kindes mitzuerleben. Mit kindern scheihnen die normen der welt im nichts zu zerfliessen. Die welt macht kopfstand, naechte wandel sich zu tagen, die zeit verliehrt an bedeutung und ehe man sich umsieht, ist ein weiterer monat vorrueber gehuscht.
Zeit unsere erwachsenen gemueter und leiber wieder einmal mit mehr als nur windeln und schauckel-ein-schlaf-liedern zu beschaefftigen. Es gibt noch anderes…acht stunden nord-oestlich, ueber schlagloecher, berge rauf und runter, ueber bruecken, einen pass und um unzaehlige kurven…mit dem fahrrad – nein, mit dem bus, ob man bei diesem rostigen, klapprigen riesending ueberhaupt noch ehrenhaft von bus sprechen kann, sei dahingestellt. Ab in die natur, jiri-tal, ehemalige heimat von unseren zwei guten ch-freunden martin und urs, die ihre ersten, unbeschwehrten kinderjahre in dieser traumhaften umgebung erleben durften. Dank ihren eltern trudi und philippe, die nachhaltig fuer die entwicklung des lands, im speziellen dieses abgelgenen tales, ihr herzblut gegeben haben.
Wir sind neugierig mit eigenen augen zu erleben ,wo die wurzeln unserer freunde liegen. Einer ihrer frueherigen spielkameraden, durften wir in der schweiz kennenlernen, als dieser fuer drei monate auf der engstlerenalp, kant. Bern, in der kueche aushelfen durfte. Bei unserem letzten besuch im wunderschoenen Nepal haben wir uns die chance leider durch die lappen gehen lassen und dan bahadur nicht besucht. Dieses mal waehre es wahrhaft schandhaft ihm keinen besuch abzustatten.
Herzensgute gastfreundschaft, landleben,frische luft, heisse sonnentage und eisige naechte, praegen die zeit in jiri. Wir kommen in den genuss mit dan’s grossfamilie zu leben und erfahren wie einfach der alltag mit einem baby sein kann, wenn mehr als nur vier haende und arme zum schauckel da sind und mehr als zwei muender troestende worte sprechen und einschlaefernde lieder singen. Vorteil des zusammenlebens ueber generationen.
Das wandern ist des mueller’s lust und die wunderschoene umgebung und die nahen bergriesen der himmalkette locken. Doch kostet ein ausflug dieser sorte seinen preis, im speziellen nach fuenf monaten unsportlicher baby-pause. Sehen wir es als ‘rueckbildungs-gymnastik ala Nepali”.
Nach all dem schoenen mit- und fuereinander, sehnen wir unsere alte freiheit zurueck und beschliessen die feiertage ganz im stillen, fuer uns allein in kathmandu zu verbringen.
Funkeln die weihnachtstage nicht im trauten, warmen kerzenlicht, im zeichen der familie…kein wunder dass bei uns die stimmung auf frostige unternull sinkt.
Unser dahin plaetscherndes baechlein des heimwehs, waechst in diesen tagen zu einem reissenden strom an, der all die froehlichkeit am ufer , unachtsam in die tiefen reisst.
Gelaehmt vom schmerz, leiden wir. Stehen still, drehen am selben punkt.
Wollen nur noch eins, doch kennen wir den preis, der eine voreilige heimkehr kosten wuerde. Kultur- und temperatur schock der hoeheren klasse, schwer verdauliche kost, die in den meisten faellen, mit baldigem aufstossen des fernweh-fiebers zu begleichen ist.
Wir wollen unsere suppe noch ein wenig koecheln lassen, bevor wir sie ganz ausloeffeln. Der letzte loeffel soll ein bewusster genuss sein, dessen nachgeschmack noch lange vorraetig in uns sein wird.
Das christkind kommt unerwartet, in form zweier mail’s zu uns…zum einen uebernimmt meine krankenkasse alle vor- und geburtskosten,jeeppp! Nicht von schlechten eltern, dieses geschenk.
Zum andern meldet sich die ch-firma leggero auf unsere fahrrad-kinderanhaenger-sponsoring-anfrage mit gruenem licht. Wir koennten somit ab februar mit dem neusten leggero 09 modell durch die welt kurfen. Ob wir uns noch so lange fern der heimat halten koennen, bleibt jedoch Hoechst fraglich.
lassen wir uns ueberraschen wie die geschichte weiter geht...
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